Ungewissheit

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Ungewissheit ist eine Zustandsbeschreibung, bei der vollständige, genaue oder verlässliche Informationen, die für fundierte Entscheidungen oder die Vorhersage zukünftiger Ereignisse erforderlich sind, fehlen. In der Systemanalyse und im Management wird Ungewissheit als eine objektiv oder subjektiv bedingte Begrenzung des Wissens über den aktuellen oder zukünftigen Zustand eines Systems, seiner Umwelt oder der Handlungen von Akteuren interpretiert.

Ungewissheit kann sich äußern in Form von:

  • Mangel an Informationen über die Umwelt;
  • Unmöglichkeit, die Konsequenzen alternativer Entscheidungen präzise zu bewerten;
  • Mehrdeutigkeit bei der Interpretation verfügbarer Daten.

Sie ist ein Schlüsselbegriff in Disziplinen wie der Systemanalyse, der Entscheidungstheorie, dem Risikomanagement, der Wirtschaftswissenschaft und den Ingenieurwissenschaften.

Allgemeine Merkmale

Ungewissheit kann in vielen Situationen auftreten und ist durch eine Reihe von zufälligen oder unbekannten Faktoren gekennzeichnet. Die Verteilung dieser Faktoren:

  • ist in einigen Fällen im Voraus bekannt,
  • in anderen Fällen ist sie unbekannt oder nur teilweise bekannt.

Darüber hinaus ist Ungewissheit oft mit externen Handlungen verbunden:

  • vonseiten eines Gegners (in der militärischen Planung),
  • vonseiten eines Konkurrenten (im Geschäftsbereich).

Klassifikation der Ungewissheitsfaktoren

Als Beispiel wird eine Klassifikation von Faktoren, die den Grad der Ungewissheit beeinflussen, aus der ersten Arbeit zur Systemanalyse vorgestellt, die sich mit Fragen der militärischen Planung befasst (siehe Schema).

Ungewissheit in organisatorisch-ökonomischen Systemen

Das Problem der Ungewissheit wird von E. A. Kuzmin in seiner Arbeit „Ungewissheit in der Wirtschaft: Begriffe und Thesen“ anschaulich behandelt. Der Autor hebt sieben Kernaussagen hervor:

  1. Maß für die Informationsverfügbarkeit. Ungewissheit wird als Indikator für den Umfang und die Qualität der verfügbaren Informationen betrachtet.
  2. Variabilität der Wahlmöglichkeiten. Die Möglichkeit alternativer Entscheidungen, eine Vielzahl von Entwicklungsszenarien.
  3. Informationsqualität. Ungewissheit bestimmt die Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, den Wert, die Aktualität und die Klarheit von Informationen.
  4. Risikoquelle. Ungewissheit fungiert als attributive (inhärente) Quelle für Management- und Wirtschaftsrisiken.
  5. Mehrdeutigkeit der Realisierung. Faktoren unbekannter Natur führen zu Mehrdeutigkeit bei der Realisierung von Ereignissen.
  6. Begrenzung der Steuerbarkeit. Ungewissheit schränkt naturgemäß die Steuerbarkeit und Stabilität eines organisatorisch-ökonomischen Systems ein.
  7. Zustand im Verhältnis zu „idealen Bedingungen“. Spiegelt den Grad der Abweichung eines realen Systems von seiner hypothetischen „idealen“ Funktionsweise wider.

Siehe auch